What Bones Won’t Tell

Ein 3D-animierter Kurzfilm

In der Steinzeit waren unsere Rollen noch klar verteilt: Während die Männer draußen Mammuts jagten, hüteten die Frauen in der sicheren Höhle die Kinder. Das weiß man doch – oder etwa nicht?

Humorvoll inszeniert dieser 3D-Animationsfilm die Vielschichtigkeit des Gender-Dialoges und hinterfragt die gefühlte Gewissheit, die urgeschichtlichen Zustände und Wurzeln unseres modernen Sozialverhaltens genauestens zu kennen. Dabei lotet er aus, wie man selbst ohne verständliche Sprache und mithilfe piktografischer Bildsprache auch komplexe Zusammenhänge beleuchten kann.

Von Hausfrauen, Helden und Herrscherinnen

Rollenbilder der Steinzeit – Grundlage unserer modernen Sozialisation?

Gab es den keulenschwingenden Steinzeitmacho wirklich oder lebten unsere Vorfahren womöglich in einem Matriarchat? Der Kurzfilm „What Bones Won’t Tell“ stellt überspitzt und auf humorvolle und Art und Weise die verschiedenen Theorien rund um die Geschlechtsunterschiede in der Steinzeit vor und lässt die Charaktere des Filmes ihre Auswirkungen auf die heutigen Rollenbilder diskutieren. Dabei entzieht er sich selbst einer klaren Stellungnahme – denn wenn wir eines wissen, dann dass niemand mit Sicherheit sagen kann, wie das Leben in der Steinzeit wirklich ausgesehen hat.

Steinzeit und Neuzeit im 3D Low Poly Stil

Bewusste Entscheidung gegen den Realismus

Nach dem Erfolg unseres ersten animierten Kurzfilms „Chicken Cube“ beschlossen wir, uns an einen etwas längeren und animationstechnisch noch aufwändigeren Kurzfilm heranzuwagen. Wir wählten auch für diesen Animationsfilm wieder unseren eckigen Low Poly Stil. Die besondere Herausforderung bestand darin, dass „What Bones Won’t Tell“ komplexe Landschaften und lebendige Charaktere benötigte und gerade animierte Menschen im Low Poly Stil auf wenige Vorbilder in der Animationswelt treffen. Wie viele Ecken und Kanten benötigt ein Gesicht, um emotional überzeugend zu sein? Welche Rundungen und Details kann man herausreduzieren? Welches 3D-Skelett (Rigging) gibt den eckigen Figuren genug Bewegungsspielraum?

Die entwickelten Low Poly Figuren haben eine kastenförmige Statur sowie ein flaches Gesicht, das ohne separaten Hals direkt an den Körper angeschlossen ist. Eine Besonderheit sind ihre Arme, die im Gegensatz zum restlichen kantigen Körper relativ rund sind und sich gummiartig in alle Richtungen bewegen lassen. Auf diesem Weg erhalten wir uns die Möglichkeit humorvoller Gesten und erweitern den Handlungsspielraum unserer Charaktere. Zudem sind alle 6 in der Neuzeit angesiedelten Figuren je nach Persönlichkeit vom langen, quirligen Backpacker bis hin zur kleinen kompetenten Archäologen sehr unterschiedlich ausgearbeitet.

What Bones Won't Tell 3D Low Poly Charaktere

Einfach sprachlos

Infografisches Erzählen ohne Worte

Die Bildebene wird im Medium Film fast immer noch um eine Zeit- sowie eine Tonebene erweitert und bietet dadurch besonders vielfältige und dichte Möglichkeiten, den Betrachter in ein Geschehen einzubinden. Für uns als Graphic Recorderinnen und Illustratorinnen, die sich besonders mit visueller Kommunikation beschäftigen, ergab sich die spannende Fragestellung, inwieweit man aber auch im Animationsfilm über den rein visuellen Kanal Informationen vermitteln kann, ohne dies mit verständlicher Sprache untermauern zu müssen. Da die Stimme selbst jedoch ein sehr wichtiger Kanal zur Vermittlung von Persönlichkeit und Stimmung ist, arbeitet „What Bones Won’t Tell“ mit einer fiktionalen Fantasiesprache. Während die Charaktere sprechen, wird das Gesagte in piktografisch illustrierten Sprechblasen dargestellt.